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Vitamin-D

mit den Updates 1-17

Was ist das Sonnenhormon und was kann es?

 

Vorbemerkung in Zeiten von Corona:

Die Lage um die Pandemie ist immer noch sehr unklar. Wie verlässlich sind die Impfstoffe? Haben sie Nebenwirkungen? Was ist mit den Mutationen des Virus? Wann gibt es erwiesenermaßen wirksame Medikamente gegen COVID-19? Wie kann eine zukunftsfähige Strategie aussehen? Dumm ist wer nicht an vielen Strängen zieht, wenn er in Not ist.
Vitamine und Mikronährstoffe sind keine Medikamente und können (vielleicht) keine Krankheiten heilen. Aber sie sind essenziell für uns, das heißt, da unsere Körper sie nicht selbst herstellen können, führt ein Mangel zwangsläufig zu Erkrankungen und Schwächungen unserer Immunabwehr.
Hier wird kein Vitamin als Wundermittel angepriesen, aber es soll die enorme Wichtigkeit einer ausreichenden Versorgung aufgezeigt werden.
Prof. Dr. Biesalski schreibt dazu: „Vitamin D ist kein Medikament, mit dem man Covid-19-Erkrankungen heilen kann. Doch man kann damit positiv auf den Krankheitsverlauf einwirken, indem es dem Organismus ermöglicht, die Balance zwischen den pro- und anti-entzündlichen Prozessen wiederherzustellen.“
Die Wissenschaftler der Norwegian University of Life Sciences um Espen Haug kommen in ihrem Projekt: Domainübergreifende Antwort auf Covid-Richtlinien (14) zu folgendem Schluss: "Die Pandemie ist keine klassische Forschungssituation, in der man sich den schmerzlosen Luxus leisten kann, auf weitere Forschung zu warten, damit wir zu einem endgültigen Ergebnis kommen können. In einer Pandemie gibt es ein beispielloses Maß an Dringlichkeit, bei dem Hunderttausende, wenn nicht Millionen von Menschenleben verloren gehen könnten, wenn wir nicht optimal handeln, selbst wenn nur begrenzte Informationen vorliegen. Entscheidungen, die auf einem guten Verständnis der Risiko-Ertrags-Analyse beruhen, sollten daher andere Überlegungen überwiegen, die in einem normaleren Umfeld Normen darstellen würden. Zusammenfassend lässt sich sagen, in Sachen Vitamin D sieht es wie folgt aus: geringe Nachteile, niedrige Kosten, es stehen Leben auf dem Spiel und eine hohe Wahrscheinlichkeit einer vorteilhaften Wirkung. *Nicht* zu handeln ist auch eine Wahl." Update 16
Dazu bitte auch das Update 17 lesen!

Was ist Vitamin-D?

Vorab muss festgestellt werden, dass Vitamin-D eigentlich gar kein Vitamin ist, denn der Körper kann es selbst herstellen. Dies allerdings nur mit Hilfe von Sonnenlicht einer ausreichenden Intensität, wie sie in unseren Breiten zwischen Oktober und März leider nicht gegeben ist. Über die Nahrung lässt sich Vitamin-D nur extrem schwer in ausreichendem Maße aufnehmen. Zum Glück kann es der Körper aber bedingt speichern. Das bedeutet, dass wir über Winter von unseren Vorräten des letzten Sommers zehren. Dazu müssen wir dann aber auch ausreichend in der Sonne gewesen sein - und das ohne Sonnencreme, die ja das UV-Licht blockiert. Davon raten uns Hautärzte allerdings ab. Das Ergebnis: Studien stellen immer wieder fest, dass es bei großen Teilen der Bevölkerung zu Vitamin-D-Mangel kommt. Am deutlichsten bei alten Menschen. Studien in den USA ergaben, dass es bei 60% der Krankenhauspatienten und 80% aller Altenheimbewohner*innen Mangelzustände gibt.
Wer weitere, sehr ausführlichere Informationen sucht, wird auf der (durch Werbung finanzierten, aber dennoch lesenswerten) Seite von Zentrum für Gesundheit zu Vitamin D fündig.

Wie hoch sollte der Vitamin-D-Spiegel sein?

Unsere Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) rät zu einem Wert von mindestens 50 nmol/l (das entspricht 20 ng/ml). Andere Forscher (z.B. Prof. Dr. Spitz) konnten zeigen, dass unter diesem Wert das Risiko für Erkrankungen deutlich steigt, aber auch zwischen 20 und 30 ng/ml keine optimale Versorgung gegeben ist und raten zu Werten über 30 ng/ml (bzw. 75 nmol/l). Einige Forscher halten nach Auswertung vieler Studien Werte im Bereich von 40 bis 90 ng/ml für optimal. Zum Verständnis: Der Wert der DGE bedeutet nur, dass man damit keine Mangelerscheinungen bekommt. In einer Analogie zum Monatsverdienst entspräche das Hartz-IV-Niveau, Aber es ist für jeden schnell einsichtig, dass es sich mit einem ordentlichen Monatslohn von 2.000 oder gar 3.000 besser leben lässt.
Aber Achtung: Natürlich gibt es auch Obergrenzen, ab denen es ungesund wird. Die Dosis macht das Gift! Für Werte zwischen 100 und 150 ng/ml sind keine Nebenwirkungen bekannt, über 150 muss mit erhöhten Calcium-Spiegeln gerechnet werden und ab 300 ng/ml ist Toxität möglich. Da Vitamin-D im Körper gespeichert werden kann, ist bei der zusätzlichen Aufnahme also Vorsicht angebracht. Aber Werte von 4.000 - 5.000 i.E. pro Tag (bei Körpergewichten ab 60 kg) stellen nach Meinung der Spezialisten kein Problem dar, sie sind als Erhaltungsdosen anzusehen. Zum Start bei sehr niedrigen Vitamin-D-Spiegeln wird zu 10.000 i.E. pro Tag über eine Woche oder auch einer Bolus-Gabe (also einer "fetten Startdosis") von 200.000 i.E. geraten. Hier sei auf Publikationen des Arztes Dr. Raimund von Helden und des Apothekers und Mikronährstoff-Spezialisten Uwe Gröber verwiesen.

Wie kann ich meinen Vitamin-D-Spiegel bestimmen?

Zum einen gibt es im Internet ein Tool, was auf einem kleinen Fragebogen beruht und recht verlässliche Werte liefern kann (Hier geht's zum Online-Selbst-Test), daneben gibt es den Weg über Bestimmung im Blut im Labor, was nach Blutabnahme bei Ärzt*innen oder durch Testkits für zu Hause machbar ist.
Zur Beruhigung der Ängste vor Überdosierung: Mein im Labor gemessener Wert lag im Februar 2019 bei 51 mg/ml also im mittleren Bereich (und unter den von Dr. von Helden empfohlenen 66 mg/ml) und das obwohl ich im Sommer (bis in den Herbst) sehr viel im Freien arbeite und ab Oktober regelmäßig Vitamin-D supplementiert habe.

Was hat Vitamin-D mit dem Corona-Virus zu tun?

Selbst sehr konservative Organisationen wie die DGE (die in den letzten Jahren mehrfach die Empfehlungen zum Vitamin-D-Spiegel zu nach oben korrigieren musste) räumen ein, dass es Studien gibt, die eine positive Wirkung von Vitamin-D auf das Immunsystem nahe legen. Andere Wissenschaftler sind sich da längst sicher und warnen vor den Gefahren für die Gesundheit bei zu niedrigen Vitamin-D-Spiegeln. Die aktuellen Zahlen geben Anlass diesen Wissenschaftlern Glauben zu schenken und einen Zusammenhang zu den schweren Verläufen von COVID-19 und niedrigen Vitamin-D-Spiegeln anzunehmen. Ich drücke mich da bewusst vorsichtig aus, denn mit ist klar, dass eine Korrelation (niedrige Vitamin-D-Spiegel bei alten Menschen und schwere Verläufe bei dieser Bevölkerungsgruppe) keine Kausalität sein muss.  Aber der Verdacht liegt sehr nahe, dass es da Zusammenhänge gibt.
Und immer wieder sollte man sich die Frage stellen: Was kann ich gewinnen und was kann ich verlieren? Sollte Vitamin-D keine immunstärkende Wirkung haben, so verliere ich wenige Euros für dann unnütze Produkte. Habe aber mit gutem Vitamin-D-Spiegel alle Vorteile die bereits wissenschaftlich gesichert sind. Sollte ein niedriger Vitamin-D-Spiegel ein Risikofaktor für COVID-19 sein, so setze ich im Extremfall meine Gesundheit oder gar mein Leben aufs Spiel, wenn ich meinen zu niedrigen Vitamin-D-Spiegel nicht in empfohlene Bereiche anhebe. Welcher halbwegs clevere Mensch würde diese Wette bei der man mit kleinem Einsatz viel gewinnen, aber bei Nichtteilnahme sehr viel verlieren kann, nicht eingehen?

Oder um es mit der Virologin Melanie Brinkmann vom Helmholtz-Zentrum zu sagen: "Also Vitamin D ist 'ne gute Idee. [...] Mit der Dosis muss man 'n bisschen aufpassen, also überdosieren ist schwierig. So viel Tabletten möcht' man gar nicht einwerfen. Man sollte es aber auch nicht unterdosieren. [...]" (Im Interview bei Jung & Live ab Minute 67:30)

Und letztlich gibt es noch eine weitere Wirkungsweise von Vitamin-D im COVID-19-Geschehen, die ich nicht mit wenigen Worten wiedergeben kann, bei der es sich um die Wirkung des Virus und von Vitamin-D auf das Enzym ACE 2 handelt. Hierzu hat Dr. von Helden schon vor vielen Wochen ein gut erklärtes Video aufgenommen, das man sich durchaus mal anschauen sollte (Hier das Video auf YouTube anschauen).

Was wäre wenn die aktuellen Studien zu Vitamin-D korrekt sind? (Update 16)

In einer dynamischen Metaanalyse werden Studien zu Vitamin-D und COVID-19 zusammengefasst und immer wieder aktualisiert (hier sind die Ergebnisse einzusehen). Aktuell (Stand: 04.01.2021) sind darin 49 Studien, von denen 39 bereits eine Peer-Review (also wissenschaftliche Überprüfung) durchlaufen haben, integriert. Die Ergebnisse sind beeindruckend.
Bei den Suffizienz-Studien, also Arbeiten die untersuchten, ob ausreichend mit Vitamin-D versorgte Menschen eine bessere Chance haben, als Menschen mit Mangelzuständen konnte ein statistisch hochsignifikanter (p=0,00012) Befund von 58% zugunsten gut versorgter Menschen festgestellt werden. Oder anders ausgedrückt: Von den bis heute an COVID-19 Erkrankten hätten von den Mangelversorgten 58% nicht erkranken müssen, wenn man sie ausreichend mit Vitamin-D versorgt hätte. Ruft man sich dann noch ins Bewusstsein, wie schlecht der Vitamin-D-Status besonders bei alten Menschen ist, hätte sich hier eine riesige Option aufgetan viele Menschenleben zu retten. 
Schaut man dann noch auf die Ergebnisse der Untersuchungen, die mit bereits schwer Erkrankten gemacht wurden, so stellt man fest, dass von denen 75% durch die massive Gabe von Vitamin-D hätte geholfen werden können. Das reicht schon nahe an die 95% der Impfung heran, aber es war von Anfang an verfügbar und könnte sofort immer noch Menschenleben retten. Nur mal ein paar Zahlen: 35.000 Tote sind in Deutschland zu beklagen (Stand: Jahresbeginn 2021). 26.250 ist das Ergebnis der Rechnung: 75% von diesen 35.000 - das entspricht der Einwohnerzahl einer Kleinstadt: Tschüss ihr da in Butzbach;  auf Wiedersehen an alle in Bingen
Darf ich noch mal kurz die Wissenschaftler um Espen Haug (s.o.) zitieren: "*Nicht* zu handeln ist auch eine Wahl."

 

Update 1: Da es sich bei den folgenden Ergebnissen um eine Veröffentlichung handelt, die (wie in Corona-Zeiten wissenschaftlich üblich) veröffentlicht wurde, aber noch keine sogenannte Peer-Review durchlaufen hat, bestehen natürlich Vorbehalte, aber da die Ergebnisse zu der allgemeinen Datenlage früherer Studien mit anderen Viren sehr gut passen, spricht einiges dafür, dass ein weiterer Beleg für die Wirksamkeit von Vitamin-D gefunden wurde.
Bei 212 untersuchten COVID-19-Patienten in Südasien mit einem durchschnittlichen Vitamin-D-Spiegel von 24 ng/ml zeigte sich, dass die Schwere der Erkrankung mit dem Vitamin-D-Status zusammenhing.  Bei einem Vitamin-D-Spiegel von über 30 ng/ml (bzw. 75 nmol/l) hatten 86% der Erkrankten milde Verläufe. Insgesamt wurden 48 schwere Verläufe festgestellte (davon nur 2 normalem Vitamin-D-Spiegel), 56 schwere Verläufe (auch davon nur 2 mit normalem Spiegel), 59 mit normalen Verläufen (davon 4 mit normalem Vitamin-D-Spiegel) und 49 milde Verläufe, wovon 47 einen Vitamin-D-Spiegel im Normbereich hatten. Das bedeutet, dass ein Vitamin-D-Spiegel im Normbereich von über 30 ng/ml (Nach Meinung einiger Experten wäre aber sogar höhere Werte wünschenswert.) deutlich vor schweren Verläufen schützen konnte (3).

Update 2: Forscher vom Trinity College Dublin haben im April einen Bericht veröffentlicht, in dem sie zum einen darauf hinweisen, dass sich in Irland ein Vitamin-D-Mangel fast durch die gesamte Bevölkerung zieht, besonders betroffen sind die Erwachsenen über 85 von denen fast die Hälfe Mängel aufweist. Zu ähnlichen Ergebnissen ist man auch in Deutschland gekommen. Zum anderen stellen sie fest, dass eine gute Versorgung mit Vitamin D weniger Antibiotika erforderlich mache und das Immunsystem auf eine Weise aktiviere, die es besser mit Infekten zurecht kommen lasse (4).
Deshalb müssen strikte Ausgangssperren wie zum Beispiel in Frankreich und Spanien sehr kritisch beurteilt werden. Sie könnten dadurch, dass sie einen Aufenthalt im Freien (in der Sonne) erschweren oder verhindern, einen negativen Einfluss auf das Immunsystem der Menschen haben. Ob dies auch ein Teilgrund ist, dass dort die Infektionszahlen trotz massiver Maßnahmen nicht deutlicher sinken und die Zahl der schweren Verläufe so hoch ist, wäre reine Spekulation.

Update 3: Der Frage, ob ein besserer Vitamin-D-Spiegel tatsächlich eine Schutzfunktion vor Coronaviren bietet sind Forscher in Italien nachgegangen und haben erste Daten veröffentlicht. Diese Daten aus Turin belegen mit sehr hoher Signifikanz, dass es bei niedrigen Vitamin-D-Spiegel häufiger zu Infektionen kommt. Bei 80 Probanden fiel der Abstrich-Test auf Coronaviren (PCR) negativ aus. Ihr Vitamin-D-Spiegel lag im Durchschnitt bei 25,6 ng/ml. Dagegen hatten die positiv getesteten Probanden (n= 27) einen Vitamin-D-Spiegel von 11,6 ng/ml im Durchschnitt. Die Forscher schreiben in der Studie: "Auf der Grundlage dieser vorläufigen Beobachtung könnte eine Vitamin-D-Supplementierung eine nützliche Maßnahme sein, um das Infektionsrisiko zu verringern. Randomisierte kontrollierte Studien und Studien mit großen Populationen sollten durchgeführt werden, um diese Empfehlungen zu bewerten und unsere vorläufige Beobachtung zu bestätigen." (5).

Update 4: In einem am 6. Mai 2020 veröffentlichten, wissenschaftlichen Artikel untersuchten die Forscher die Zusammenhänge zwischen den durchschnittlichen Vitamin-D-Spiegeln europäischer Länder und den Zahlen der Infektionen und Todesfälle und konnten einen negativen Zusammenhang feststellen, was heißt, dass in den Ländern mit den höheren Vitamin-D-Spiegel geringe Zahlen pro Einwohner zur registrieren waren. Das deutet darauf hin, dass ein hoher Vitamin-D-Spiegel in der Bevölkerung eine Hilfe bei der Bewältigung der Pandemie und eine Reduzierung der Schäden darstellen könnte. Die Forscher schreiben: "Es wäre ratsam, spezielle Studien zum Vitamin-D-Spiegel bei COVID-19-Patienten mit unterschiedlichem Schweregrad der Erkrankung durchzuführen." (6). Leider hört man nichts dazu von den Politikern, sondern immer nur von Medikamenten und Impfungen - leider alles Wasser auf die Mühlen der immer zahlreicher werdenden Verschwörungstheoretikern.

Update 5: Auch wenn man bei Preprints von wissenschaftlichen Arbeiten vorsichtig sein muss, weil die noch keinen Peer-Review, also eine unabhängige Prüfung durchlaufen haben, sind folgende Ergebnisse doch zu interessant, um sie nicht zur Kenntnis zu nehmen, denn sie könnten ein Beleg sein, dass es sich bei der vielfach beobachteten Korrelation von Vitamin-D-Mangel und schweren Verläufen von COVID-19 um Kausalität handeln könnte. Nach dem Ratschlag der Wissenschaftler, kann eine verstärkte Vitamin-D-Supplementierung einen sicheren und kostengünstigen Weg darstellen, um alle Bevölkerungsgruppen vor Infektionen, insbesondere der COVID-19-Pandemie zu schützen.

Update 6: In einer Untersuchung von Wissenschaftlern in der Türkei und Italien sprechen diese vom Schielen der Wissenschaft und sprechen von zwei verwandten Pandemien: COVID-19 & Vitamin D-Mangel. Sie beleuchten die geografischen Verteilungen der beiden Pandemien und stellen Zusammenhänge fest. Am Ende des Abstracts weisen sie auf den möglichen Zusammenhang zwischen schwerem Vitamin-D-Mangel und Mortalität im Zusammenhang mit COVID-19 hin. Ihr Rat: Aufgrund seiner seltenen Nebenwirkungen und seiner relativ großen Sicherheit könnte eine prophylaktische Vitamin-D-Supplementierung und / oder Lebensmittelanreicherung vernünftigerweise als sehr bequeme, hilfreiche Therapie für diese beiden weltweiten Probleme der öffentlichen Gesundheit dienen (8).

Update 7: Eine weitere Literaturarbeit von Prof. H.K. Biesalski kommt dieser zu dem Schluss, dass eine unzureichende Versorgung mit Vitamin D eine Vielzahl von Wirkungen hat und es zahlreiche Hinweise darauf gibt, dass verschiedene nicht übertragbare Krankheiten (Bluthochdruck, Diabetes, CVD, metabolisches Syndrom) mit niedrigen Vitamin-D-Plasmaspiegeln verbunden sind. und dass diese zusammen mit dem häufig damit einhergehenden Vitamin-D-Mangel das Risiko schwerer COVID-19-Ereignisse erhöhen. Er fordert mehr Aufmerksamkeit für die Bedeutung des Vitamin-D-Status' und ist überzeugt, dass bei den Methoden zur Bekämpfung der Pandemie (Lockdown) die natürliche Vitamin-D-Synthese der Haut reduziert wird, wenn Menschen nur wenige Möglichkeiten haben, der Sonne ausgesetzt zu werden. Den Ergebnissen seiner Untersuchung nach, könnten spezifische Ernährungsempfehlungen, moderate Nahrungsergänzung oder angereicherte Lebensmittel helfen, diesen Mangel zu verhindern. Er empfiehlt im Falle eines Krankenhausaufenthaltes den Vitamin-D-Status dringend zu überprüfen und wenn möglich zu verbessern. Außerdem verweist er auf inzwischen 8 begonnene Studien, die die Wirkung der Ergänzung von Vitamin D in verschiedenen Dosierungen (bis zu 200.000 IE) auf den Verlauf der COVID-19-Krankheit testen (9).
Meiner Meinung nach ist es höchste Zeit, dass es in der Wissenschaft endlich dazu gekommen ist, entsprechende Studien zu starten. Hätte man früher begonnen, lägen möglicherweise jetzt schon Ergebnisse vor auf Grund derer, man gezielt helfen könnte.
Wie auch immer, da Vitamin-D fasst nichts kostet und nur sehr schwer überdosierbar ist, dürften diese Ergebnisse ein weiteres, wichtiges Argument sein, jetzt entweder die Sonne zu nutzen, um eigenes Vitamin-D aufzubauen oder aber im ausreichenden Maß zu supplementieren.

Update 8: In einer Studie (10) wurde der Frage nachgegangen, ob Vitamin D3 vor schweren Verläufen von COVID-19 schützt. Das Vitamin wurde in der Studie in Form von Calcifediol verabreicht. Diese "aktive" Form setzt keine Stoffwechselvorgänge in der Leber voraus. Es wurden dabei positiv getesteten Personen mit durch Röntgenaufnahmen bestätigen Befunden einer Lungenentzündung Vitamin D (als Calcifediol) oder ein Placebo verabreicht. Ansonsten bekamen beide Gruppe nach dem Standardprotokoll Chloroquin und Antibiotika.
Ergebnis: In der Placebo-Gruppe wurden 50% der Patienten intensivpflichtig und es gab zwei Tote zu beklagen, in der Vitamin-D3-Gruppe gab es keine Toten und nur 2% mussten Intensivmedizinisch behandelt werden.
Es ist an der Zeit Vitamin-D3 in der Therapie ernst zu nehmen und da auch durch die Health-Claims anerkannt wird, dass es einen Nutzen für das Immunsystem hat, sollte niemand in den Winter gehen ohne vorher seinen Vitamin-D bestimmen zu lassen und ihn dann in schützende Bereiche zu bringen oder zu halten.

Update 9: Eine bisher nur als Preprint (nicht von Fachleuten kontrollierte Veröffentlichung) erschienene Studie aus Israel (11)  findet deutliche Zusammenhänge zwischen dem Vitamin-D-Status und dem Risiko einer Corona-Infektion. Die Untersuchungen wurden ausgehend von den unterschiedlichen Entwicklungen in Israel zwischen den einzelnen Bevölkerungsgruppen (Araber, Orthodoxe) und den Geschlechtern begonnen und kommen in dieser großen Beobachtungspopulationsstudie zu dem Ergebnis, dass es einen starken Zusammenhang zwischen Vitamin D-Mangel und dem Auftreten von Covid-19 gibt und dass die Anpassung des Vitamin D-Spiegels durch die Einnahme flüssiger Vitamin D-Formulierungen mit einem verringerten Risiko für eine Covid-19-Infektion verbunden ist.
Deutlicher habe es ich es bisher nicht gelesen und es stellt sich erneut die Frage, warum nicht von offizieller Seite die Anpassung der Vitamin-D-Level propagiert wird. Für mich heißt das: Bevor der Winter kommt, lasse ich meinen Vitamin-D-Status bestimmen und erhöhe oder erhalte ihn durch die Einnahme flüssigen Vitamin-Ds über die dunkle Jahreszeit.

Update 10: Albert Einstein sagte einmal: "Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher."
Ich bin nun beim Update 10 mit einer weiteren Studie, dieses Mal aus Heidelberg und noch immer habe ich in keiner Corona-Talkrunde auch nur ein einziges Wort zum Thema Vitamin-D-Versorgung der Bevölkerung gehört. Dabei wäre es so preiswert und einfach, man müsste die Menschen nur aufklären und mitnehmen.
Hier zur Studie: In Heidelberg wurden bei 185 behandelten, an COVID-19 erkrankten Menschen, der Vitamin-D-Status erfasst, Als Mangel wurden Werte unter 12 ng/ml definiert. Dieser Mangel wurde bei 41 Patienten festgestellt, 144 hatten Werte darüber. Zitate aus der Studie: "Unsere Studie zeigt einen Zusammenhang zwischen VitD-Mangel und Schweregrad / Mortalität von COVID-19" und "Ein VitD-Mangel war mit einem 6-fach höheren Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf und einem ~ 15-fach höheren Sterberisiko verbunden."(12)

Update 11: in ihrem Artikel "Wieviel Ignoranz ist eigentlich erlaubt?! Vitamin D kann bei Corona Leben retten, nicht nur in Spanien!" schreibt die Autorin Helena Schwarz, dass bis September 2020 etwa 60.000 wissenschaftliche Arbeiten zum Thema COVID-19 erschienen sind, darunter eindrucksvolle Studien in Bezug auf die schützende Wirkung von Vitamin D. Sie beklagt - wie ich auch - dass dieser Zusammenhang in den Medien während der Covid-19-Krise leider kaum zur Sprache kommt. In ihrem Fazit wirft sie einen wirklich bedrückenden Gedanken auf: "Angesichts dieser eindeutigen Ergebnisse stellt sich die Frage, wie lange es ethisch noch vertretbar ist, Patienten mit Covid-19 und anderen Atemwegserkrankungen Vitamin D als Therapeutikum weiterhin vorzuenthalten.".
Bitte lest diesen Artikel (alle Behauptungen darin sind mit Links zu Studien gut belegt)!

Update 12: Anfang Juli philosophierte der Endokrinologe Fassnacht im "Focus" im Zusammenhang mit der Studie der Uni Hohenheim, worin die Forscher forderten, dass bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus zügig der Vitamin D-Status geprüft und ein mögliches Defizit behoben werden solle: "Mein Glaube daran, dass das Vitamin irgendwo hilft, ist sehr gering.". Da ist man als Patient doch froh, sich in solch gläubigen Händen zu befinden. Geht's noch! Wissenschaftler haben nicht zu glauben, die sollen forschen, die Ergebnisse überprüfen und sich dann danach zu richten. Und Journalisten sollten besser mal Studien lesen und dann ihre Artikel schreiben, dann kämen beim aktuellen Stand der Forschung vernünftigere Aussagen zu Papier als Glaubenssätze eines Arztes. Selbst unser ewiger Mahner (manche hassen ihn dafür, andere sind ihm dankbar) Karl Lauterbach hat jetzt (28.10.2020) getwittert: "Obwohl es keine randomisierten Studien gibt glaube ich, dass vorliegende Studien, geringere Qualität, ausreichen, bei Mangel Vitamin D Tabletten einzunehmen. Schwerer Covid Verlauf wohl unwahrscheinlicher. Ich rate: Beim nächsten Arztbesuch: Vitamin D". Auch wenn Herr Lauterbach irrt, dass es keine randomisierten Studien gibt, muss man dankbar sein, dass diese Worte aus der Hand des vielerorts gehörten Mahners zu lesen sind.
Eine aktuelle Studie aus Frankreich (13) mit Bewohner*innen in einem Altenheim kommt zu folgendem Ergebnis: "Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine Bolus-Vitamin-D3-Supplementierung [Hohe Dosis für schnelle Wirkung - Anm. des Verfassers] während oder kurz vor COVID-19 bei gebrechlichen älteren Menschen mit weniger schwerem COVID-19 und einer besseren Überlebensrate assoziiert war."
Noch Fragen, Kienzle? - Nein, Hauser!

Update 13: Da aktuell die Stimmen lauter werden, dass Vitamin D im Zusammenhang mit Corona doch wirksam sein könnte und ein regelrechter Hype ausgerufen wird, treten natürlich auch Kritiker auf den Plan. Tatsache ist, dass in Großbritannien darüber nachgedacht wird vor allem die ältere Bevölkerung besser mit Vitamin D zu versorgen (wie hier nachgelesen werden kann). Natürlich gebietet es die wissenschaftliche Seriosität, dass man Studien (von denen in der aktuellen Krise viele auch ohne Überprüfung veröffentlicht werden) genau unter die Lupe nimmt. So wird aktuell von die Studie der spanischen Pneumologin Marta Castillo (10) vom deutschen Pharmakologen Martin Smollich kritisiert (siehe Artikel der DW). Aber wenn trotz Kritik und eventuell notwendiger Korrekturen (siehe Erläuterung) unleugenbare Ergebnisse bleiben, so gebietet es die selbe Seriosität, dass man diese ernst nimmt, weiter beforscht und Konsequenzen zieht. In Schottland ist man schon so weit, der Rest des Vereinigten Königreichs scheint nachzuziehen. Bliebe zu fragen, wann man endlich bei uns so weit ist. Es sterben täglich Menschen an COVID-19 - meiner Meinung nach mehr, als sterben müssten.

Update 14: Ich will ja nicht mit weiteren Studien langweilen, aber ein paar Zitate seien erlaubt, damit niemand sagen kann, man hätte nichts wissen können:
Studie veröffentlicht am 03.07.2020: "Ein Vitamin-D-Mangel wurde mit einer erhöhten Morbidität und Mortalität bei COVID-19-Infektionen in Verbindung gebracht, [...]"
Studie veröffentlicht am 27.07.2020:
"Patienten mit schlechter Prognose hatten signifikant niedrigere Vitamin D-Serumspiegel im Vergleich zu Patienten mit guter Prognose. [...] Die Diagnose eines Vitamin-D-Mangels könnte eine hilfreiche Ergänzung bei der Beurteilung des Potenzials von Patienten sein, schweres COVID-19 zu entwickeln."
Studie veröffentlicht am 19.11.2020: "Fazit - Ein Vitamin-D-Mangel erhöht die Wahrscheinlichkeit einer schweren Erkrankung nach einer Infektion mit SARS Cov-2 deutlich. Die Intensität der Entzündungsreaktion ist auch bei COVID-19-Patienten mit Vitamin D-Mangel höher. Dies alles führt zu einer Erhöhung der Morbidität und Mortalität bei COVID-19-Patienten mit Vitamin D-Mangel. Unter Beibehaltung der aktuellen COVID-19-Pandemie empfehlen die Autoren die Verabreichung von Vitamin D-Präparaten an COVID-19-gefährdete Personen."
Studie veröffentlicht am 05.12.2020: "Die häufigsten Komorbiditäten waren Vitamin D-Mangel (74,7%), Diabetes Mellitus (68,3%), Bluthochdruck (42,6%) und Fettleibigkeit (42,2%). [...] und 25(OH)D <12,5 nmol/l waren signifikante Prädiktoren für die Mortalität bei hospitalisierten Covid-19-Patienten." Bemerkung Verfasser: Der Risikofaktor war bei Vitamin-D-Mangel (HR: 7.0) größer als bei Rauchen (HR: 5.8), Herzinsuffizienz (HR: 3.5) und Alter (HR: 3.0).
(Alle Übersetzungen aus den Originalarbeiten mit Mate - Translate)

Update 15: Einfach und verständlich erklärt Dr. von Helden, in seinem Beitrag auf YouTube warum es aktuell so wichtig ist, den Vitamin-D-Spiegel in einen guten Bereich zu bringen. 

Update 16: Siehe oben!

Update 17: Wissenschaftler*innen sind in ihren Publikationen sprachlich immer vorsichtig - das ist auch gut so, denn eine wissenschaftliche These lässt sich nie endgültig beweisen, sondern nur gut belegen und sie gilt immer nur so lange bis sie falsifiziert, also durch andere Versuche und Untersuchungen widerlegt ist. Dennoch werden die beiden Wissenschaftler der Uni Heidelberg Hermann Brenner und Ben Schöttker in einem Kommentar (15) zu einer Studie aus Heidelberg (16)  für wissenschaftliche Verhältnisse sehr deutlich, wenn sie feststellen, dass "... die Mehrzahl der Todesfälle aufgrund von SARS-CoV-2-Infektionen statistisch auf eine Vitamin-D-Insuffizienz zurückzuführen ist und möglicherweise durch eine Vitamin-D-Supplementierung verhindert werden könnte.". Sie schreiben weiter: "... implizieren diese Ergebnisse, dass 87% der COVID- 19 Todesfälle können statistisch auf eine Vitamin-D-Insuffizienz zurückgeführt werden und könnten möglicherweise durch die Beseitigung der Vitamin-D-Insuffizienz vermieden werden.". Stellen wir uns mal einen Augenblick vor, was wäre, wenn dies stimmt (die Belege sind stark) und man gehandelt hätte, dann wären in Deutschland aktuell 48.161 weniger Menschen gestorben (Berechnung auf Grundlage der Zahlen vom 28. Januar 2021: 55.358 Tote  laut https://www.worldometers.info/coronavirus/country/germany/ - Last updated: January 28, 2021, 09:19 GMT). Auch wenn dies rein hypothetische Berechnungen sind, die sicher weit jenseits real zu erreichenden Werten liegen, zeigt dies doch deutlich die Möglichkeiten und den Umfang des gesundheitspolitischen Versagens.

Aber jetzt, genug gelesen, raus an die frische Luft und bewegen, bewegen, bewegen ...

 

Zum Nachkontrollieren - Studien zum Thema:

(1) National Center for Biotechnology Information: Vitamin D supplementation to prevent acute respiratory tract infections: systematic review and meta-analysis of individual participant data (zur Studie ->)
(2) National Center for Biotechnology Information: Acute Respiratory Tract Infection and 25-Hydroxyvitamin D Concentration: A Systematic Review and Meta-Analysis (zur Studie ->)
(3) National Center for Biotechnology Information: Evidence That Vitamin D Supplementation Could Reduce Risk of Influenza and COVID-19 Infections and Deaths (zur Studie ->)
(4) Trinity College Dublin: The Irish Longitudinal Study on Ageing (zur Studie ->)
(5) MDPI: 25-Hydroxyvitamin D Concentrations Are Lower in Patients with Positive PCR for SARS-CoV-2 (zur Studie ->)
(6) Springer Link: The role of vitamin D in the prevention of coronavirus disease 2019 infection and mortality (zur Studie ->)
(7) preprint.org: The Essential Role of Vitamin D in the Biosynthesis of Endogenous Antimicrobial Peptides May Explain Why Deficiency Increases Mortality Risk in COVID-19 Infections (zur Studie ->)
(8) National Library of Medicine: 'Scientific Strabismus' or Two Related Pandemics: COVID-19 & Vitamin D Deficiency (zur Studie ->)
(9) ScienceDirect: Vitamin D deficiency and co-morbidities in COVID-19 patients – A fatal relationship? (zur Studie ->)
(10) ScienceDirect: Effect of Calcifediol Treatment and best Available Therapy versus best Available Therapy on Intensive Care Unit Admission and Mortality Among Patients Hospitalized for COVID-19 (zur Studie ->)
(11) medrxiv - The Preprint Server for Health Sciences: The link between vitamin D deficiency and Covid-19 in a large population (zur Studie ->)
(12) MDPI: Vitamin D Deficiency and Outcome of COVID-19 Patients (zur Studie ->)
(13) ScienceDirect: Vitamin D and survival in COVID-19 patients: A quasi-experimental study (zur Studie ->)
(14) Research gate: Vitamin D and COVID-19: Is There a Lack of Risk/Reward Understanding Among Health Authorities? (zur Studie ->)
(15) MDPI: Vitamin D Insufficiency May Account for Almost Nine of Ten COVID-19 Deaths: Time to Act. Comment on: “Vitamin D Deficiency and Outcome of COVID-19 Patients”. Nutrients 2020, 12, 2757 (zum Kommentar ->)
(16) MDPI: Vitamin D Deficiency and Outcome of COVID-19 Patients (zur Studie ->)

 

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